Das Osmanische Reich


ging aus dem damaligen Byzanz, also dem Oströmischen Reich, hervor.

Zu Beginn unserer Zeitrechnung gehörte Kleinasien zum Römischen Reich. Nach der Spaltung in Westrom und Ostrom entstand aus dem Oströmischen Reich das Kaiserreich Byzanz mit seiner Hauptstadt Konstantinopel. In dieses Kaiserreich wurden sowohl hellenistische Kultur, römisches Staatswesen als auch die christliche Religion eingebracht. Nach den arabischen Eroberungen im 7. Jahrhundert verlor Byzanz viel vom spätantiken Charakter

Während das Weströmische Reich im Jahr 476 endgültig unterging, bestand Byzanz bis zur Eroberung seiner Hauptstadt durch die Osmanen im Jahr 1453. Es sah sich Zeit seines Bestehens als legitimes, weiter bestehendes Römisches Kaiserreich an. Vor diesem Hintergrund beanspruchte der byzantinische Kaiser das Supremat - also die politische Führung - über alle christlichen Staaten des Mittelalters. Dieser Anspruch konnte aber spätestens seit etwa 600 n. Chr. nicht mehr durchgesetzt werden

Vor dessen Untergang stand Byzanz einerseits in Konkurrenz zum Weströmischen Reich, andererseits war es Ziel von Angriffen persicher, hunnischer, germanischer, gotischer und arabischer Armeen. Jeder wollte Konstantinopel, denn auf Grund der strategisch günstigen Lage herrschte derjenige über zwei Kontinente - Europa und Asien - der in dieser Stadt regierte. Konstantinopel hielt jahrhundertelang Stand und erstarkte sogar um die Jahrtausendwende.




Die älteste Geschichte der Turkvölker ist wenig erforscht. Die Bezeichnung Türken kam erst im 6. Jahrhundert auf und die Träger dieses Namens bewohnten Zentralasien, wo Bumyn Chan um 550 das erste türkische Reich gründete. Es erstreckte sich um 700 vom Aralsee bis zur Mandschurei. 30 Jahre später bildete sich am Orchon das Uigurenreich heraus, über das die Orchoninschriften von 732 bzw. 735 berichten. Um 840 brach dieses Reich zusammen und die meisten Turkvölker zogen sich nach Westen zurück.

1055 gelang es den Seldschuken, Mesopotamien zu erobern und die Bujiden zu stürzen. In der Schlacht bei Mantzikert am Wan-See errang Alp Arslan (1063/72) einen glänzenden Sieg über die von Romanos IV. geführten Byzentiner und damit war der Weg nach Kleinasien frei.

Das Seldschukensultanat Konia (Ikonium) wurde im 13. Jahrhundert zum Anziehungspunkt der vor den Mongolen zurückweichenden Turkvölker des Ostens.

Auch die von Ertogrul (1231/88) geführten Oghusen kamen nach Kleinasien, wo ihnen der Sultan von Konia die Grenzmark Sakaria mit Doryläum als Siedlungsgebiet zuwies.




Die oben abgebildete Hagia Sophia in Konstantinopel war Jahrhunderte lang die größte Kirche der Welt, sie war die Hauptkirche des Byzantinischen Kaiserreichs. Ihr Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie "heilige Weisheit" oder "Sophienkirche".

Außerdem war sie wohl das einzige Gotteshaus der Welt, das als Kathedrale erbaut und nach der Eroberung durch Mohammed II. als Moschee genutzt wurde; dessen Metallkreuz auf der Kuppel dem Halbmond weichen musste. In diesen Jahren war die Ayasofya, wie sie dann hieß, ein unerreichtes Vorbild vieler Moscheen im Osmanischen Reich.

Ihr Grundstein wurde wahrscheinlich von Konstantin I. gelegt und die erste Kirche wurde in den Jahren von 325 bis 360 unter Kontantin II. errichtet. Nachdem sie 404 einem Brand zum Opfer fiel, ließ sie Theodosius II. wieder aufbauen und neu einweihen, aber schon 532 fiel sie während des Nikäa-Aufstandes, ebenfalls durch einen Brand. Kaiser Justinian begann nicht einmal 32 Tage nach der Zerstörung mit dem Wiederaufbau und bereits 537 wurde diese Kirche von Justinian selbst eingeweiht. Er hatte damit sein Ziel erreicht: das größte Gotteshaus der Christenheit zu bauen.

Anno 1453 betrat das erste Mal ein Moslem die Hagia Sophia: Sultan Mohammed II. Nach 9 Jahrhunderten christlicher Gottesdienste hallte zum ersten Mal der Ruf des Muezzins wider.

Mit dem 20. Jahrhundert begann der Niedergang des Osmanischen Reiches und es entstand die junge türkische Republik. Ihr erster Präsident, Mustafa Kemal Atatürk, beschloss, die Moschee in ein byzantinisch-osmanisches Museum umzuwandeln und im April 1932 begann man, die Mosaiken freizulegen.




weiter >>