Marion Eleanor Zimmer


wurde in Albany/NY, am 3. Juni 1930 geboren. Ihre Eltern bewirtschafteten eine Farm und stellten ein recht außergewöhnliches Paar dar. Ihr Vater war Farmer und Zimmermann, ihre Mutter Historikerin.

Eingeschult wurde sie 1937 und wechselte 1943 auf die Columbia High School. Sie schloss die Schule 1946 ab und studierte bis Februar 1949 am New York State College for Teachers. Sie verließ das College ohne Abschluss und heiratete im Oktober Robert A. Bradley, einen um dreißig Jahre älteren Einsenbahnangestellten. Ihr gemeinsames Hobby war die Science Fiction. Nur neunzehnjährig zog sie mit ihrem Mann nach Levelland/Texas. 1950 kam ihr erster Sohn, David Stephen Bradley, zur Welt.

In den fünfziger Jahren wurden die ersten Erzählungen von Marion Zimmer Bradley in vielen bekannten SF-Magazinen gedruckt. Unter anderem in "The Magazine of Fantasy & Science Fiction", "Dimensions" und "Vortex".

Im Frühjahr 1962 trennte sich Marion Zimmer Bradley von ihrem Mann und zog nach Abilene, um an der dortigen Universität ihr Studium fortzuführen. Ihre finanzielle Unabhängigkeit als auch das Studium finanzierte sie mit ihrer Schriftstellerei. Sie schrieb alles, was irgendeinen Lohn abwarf. Nicht nur unter ihrem Namen, sondern auch unter den Pseudonymen Lee Chapman, Mirdiam Gardner und Morgan Ives schrieb sie Magazinbeiträge, Lebensbeichten, Schauerromane, Liebesromane und Krimis genauso wie astrologische Artikel und Softpornos.

Hier traf sie Walter Henry Breen, ihren zweiten Mann. An eine Hochzeit war jedoch noch nicht zu denken, da Robert Bradley die Scheidung verweigerte. Trotzdem zog sie nach Studienabschluss mit Walter Breen ein Jahr später nach Berkeley/Kalifornien. 1964 willigte Bradley in die Scheidung ein, MZB heiratete sofort Walter Breen und ihr gemeinsamer Sohn Patrick Russel wurde im selben Jahr geboren. Nur vierzehn Monate später, Januar 1966, folgte ihre Tochter Moira Evelyn Dorothy.

Während dieser Zeit studierte sie weiter an der Universität Berkeley und belegte Graduiertenkurse in Psychologie und Literatur.

Die Sommerzeit verbrachte die Familie regelmäßig in New York und übersiedelte 1967 endgültig nach Staten Island/NY. Dort lebte sie bis 1972, kehrte dann nach Kalifornien zurück und ließ sich in der Nähe von Berkeley in dem inzwischen berühmten Haus und Mekka aller Darkover-Fans, Greyhaven, nieder.

Den Namen Zimmer Bradley behielt sie als writers name bei.

Am 25. September 1999 erlag diese großartige Queen of Fantasy einem tödlichen Herzinfarkt.

Ihre schriftstellerische Karriere verlief bzw. begann ziemlich spektakulär. Sie war bei weitem keine gute Schülerin und schwänzte oft die High School, insbesondere in den Jahr 1944/45. Allerdings verbrachte sie diese Zeit nicht in Drugstores oder Eisdielen, sondern in der Bibliothek, wo sie ein Buch nach dem anderen verschlang. Aus dieser Zeit stammt der Entwurf für einen Fantasy-Roman, der 1962 unter dem Titel "Das Schwert des Aldones" veröffentlicht wurde. Dieser Roman wird immerhin im Jahre 1963 für den Hugo-Award nominiert. Wenn man so will, konzipierte ein junges Mädchen die Anfänge des heute so berühmten Darkover-Zyklus.

Durch ihre Veröffentlichungen in SF-Magazinen beginnt 1957 ein anfangs geschäftlicher Briefwechsel mit Donald A. Wollheim, der zur damaligen Zeit ihr Lektor war. Im Laufe der Jahre wurde daraus eine Freundschaft und von ihm erhielt sie 1971 den "Auftrag", als Reaktion des Drängens vieler Fans, "Landung auf Darkover" zu schreiben. Zu einer Zeit, als sie sich mit den "Weltenzerstörern" schon aus dem Darkoveruniversum verabschiedet hatte.

Anfang der siebziger Jahre erscheinen in schneller Folge mehrere Darkover-Romane. 1975 gelang ihr der endgültige Durchbruch als SF-Autorin mit dem Roman "Hasturs Erbe". Im selben Jahr gründen sich die Friends of Darkover, eine Gruppe, deren Lebensinhalt, wie der Name sagt, Darkover ist. Sie schreiben selbst, senden ihre Stories an MZB, die in unregelmäßigen Abständen Anthologien mit diesen Geschichten herausbringt.

1978 wird der Autorin ein sehr ungewöhnlicher Preis zugesprochen, der Invisible Little Man Award. Er soll die Aufmerksamkeit auf einen Autor lenken, der weder den Hugo- noch den Nebula- Award gewonnen hat.

1979 beginnt sie mit vorbereitenden Arbeiten für ein Werk über die Artus-Saga. Sie begibt sich nach Großbritannien, um Nachforschungen vor Ort durchzuführen. Das Gesamtwerk wurde zu einem durchschlagenden Erfolg und verschaffte Marion Zimmer Bradley besonders in Deutschland den Durchbruch, aber gleichzeitig auch den Ausbruch aus dem Science-Fiction-Genre.